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Documenta 14 neigt sich langsam dem Ende entgegen

Verantwortlicher Autor: A.Greven Kassel, 01.09.2017, 11:22 Uhr
Presse-Ressort von: Andreas Greven Bericht 7829x gelesen
Friedericianum (links) mit Parthenon der Bücher
Friedericianum (links) mit Parthenon der Bücher  Bild: A.Greven - © Event-Fotos.net

Kassel [ENA] Die 14. Ausgabe der „Documenta“ in Kassel schließt ihre Pforten am 17.09.2017. Die nur alle 5 Jahre stattfindende, 100 Tage andauernde Kunstausstellung geht somit in ihr letztes Viertel. In diesem Jahr wurde sie erstmals an 2 Standorten präsentiert – in Athen und natürlich in Kassel.

Adam Szymczyk, künstlerischer Leiter der Documenta, hat mit der Idee, die Documenta an 2 Standorten stattfinden zu lassen, viel Kritik einstecken müssen. Allerdings gab es nach dem Ende der Ausstellung in Athen positive Stimmen. Die Documenta in Athen begann vor der in Kassel am 8. April und dauerte bis zum 16. Juli. Das einzige Kunstwerk, welches nacheinander an beiden Standorten zu sehen war, ist das Mamorzelt von Rebecca Belmorek, das den Titel „Biinjiya’iing Onji“ (von innen) trägt. Es soll an ein Flüchtlingszelt erinnern.

Auch sonst wird das Thema Flüchtlinge bei dieser Documenta, passend zur Weltpolitik, groß geschrieben. So findet man an der Documenta-Halle 16 aufeinandergestapelte Abwasserrohre, die von Hiwa K. künstlerisch möbliert wurden und an die Unterkünfte der Flüchtlinge erinnern sollen, die in Griechenland auf ihre weiterreise warten mussten. Die Außenkunstwerke sind sehr beliebt bei den Besuchern und den Kasseler Bürgern. DAS Highlight der Documenta 14 ist natürlich das Parthenon der Bücher auf dem Friedrichsplatz. Das von der argentinischen Künstlerin Marta Minujín erschaffene Werk ist dem Parthenon in Athen in Originalgröße nachempfunden und besteht aus gespendeten Bücher, die auf der ganzen Welt verboten sind oder waren.

"Jali" -Nevin Aladag im Hess.Landesmuseum

Ein weiteres beliebtes Kunstwerk ist der Obelisk von Olu Oguibe, der auf dem Königsplatz platziert wurde. In goldenen Buchstaben steht in 4 Sprachen "Ich bin ein Fremdling gewesen und ihr habt mich beherbergt" (deutsch, arabisch, türkisch und englisch). Das Kuratorium überlegt, diesen Obelisken zu kaufen und ihn auch nach der Documenta auszustellen. Es gehört zur Tradition, ein oder mehrere Objekte zu kaufen und in Kassel weiterhin auszustellen.Es gibt natürlich noch weitere sehenswerte Außenobjekte, wie hier im Vorfeld der Documenta berichtet wurde: www.bit.ly/2vaOHO7 Das Gros befindet sich allerdings in verschiedensten Galerien und Ausstellungshallen, die man nur mit einem Ticket besuchen kann.

Beliebte Ausstellungsstandorte

So unter anderem die Neue Galerie, das Friedericianum, das hessische Landesmuseum, das Palais Bellevue, die „Neue neue Galerie“ im Hauptpostgebäude und natürlich in der Documentahalle. Auch kleinere Standorte wurden ins Programm mit aufgenommen. Unter anderem z.B. die ehemals einzige U-Bahn-Haltestelle Kassels, die man vom Kulturbahnhof erreicht. Objekte aus Holz, Plasiken, Videoinstallationen, Gemälde oder abstrakte Gestaltungen, alles findet sich derzeit noch in Kassel an.

Zwischen „spitzenmäßig“ und „total misslungen“ hört man immer wieder die ganze Palette von den Kritikern und Besuchern. Wie immer, wenn es um Kunst geht, wird man sich nicht einig, was die Ansichten angeht. Trotz oder gerade wegen der Kritik konnte man zur Halbzeit der Documenta sagen, dass es sicher doch ein Erfolg wird. Mit 445.000 Besuchern zählte man 17% mehr Besucher gegenüber der D13 vor 5 Jahren, was einen bisherigen Höchststand zu diesem Zeitpunkt bedeutet. Und das trotz dem bescheidenen Wetter in diesem Sommer. Weitere Infos rund um die Ausstellung, die noch bis 17.09.2017 geöffnet hat, findet man unter www.documenta14.de

"Real Nazis" von Piotr Uklanski in der Neuen Galerie
"Golden Schowner" von Ashley Hans Scheirl in der Neuen Galerie
"Pile o Sampi" von Maret Hassabi in der Huptpost (Neue neue Galerie)
"Installation Jutesäcke" von Ibrahim Mahama an der Torwache
"Mill of Blood" von Antonio Vega Macotela vor der Orangerie
"Living Pyramid" von Agnes Denes im Nordstadtpark
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